Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
20
29
30

Bewegender Abschied von Ministrantenbetreuer Georg Hirschgeorghirsch2026 007

Lieber Georg, Vergelt’s Gott für Alles!

Luhe. (rgl). Eine riesige Trauergemeinde,

Gläubige aus der Pfarrei Luhe und der ganzen Seelsorgegemeinschaft, Freunde, Kollegen, die Altöttinger Fußwallfahrer, die Kolpingsfamilie Luhe, die Katholischen Männer Luhe und über 50 Ministranten aus Luhe, Neudorf und Oberwildenau nahmen zusammen mit der Familie und den Angehörigen in einer bewegenden Feier Abschied von Georg Hirsch, der im Alter von erst 58 Jahren am Abend des 13. Juni ganz plötzlich und völlig unerwartet verstorben war.

Besonders beeindruckend waren die vielen Ministranten, die in einem kaum enden wollenden Zug mit Pfarrer Arnold Pirner und Pfarrer

i. R. Alfons Forster in das Gotteshaus einzogen und den ganzen Altarraum ausfüllten, begleitet von den Betreuerinnen Simone Ott (Neudorf) sowie Silvia Ippisch und Alexandra Voit (Oberwildenau).

Pfarrer Arnold Pirner skizzierte in seiner Predigt den Lebenslauf von Georg Hirsch und würdigte sein vielfältiges Engagement in der Pfarrei Luhe:

Auszug aus der Predigt:

„Georg Hirsch wurde am 2. August 1967 in Luhe geboren. Nach seiner Erstkommunion wurde er Ministrant und übte 23 Jahre lang, bis zu seiner Hochzeit, den Dienst am Altar aus.

Nach der Schulzeit machte er eine Ausbildung bei Bürotechnik Hirsch in Amberg und leistete anschließend seinen Wehrdienst.

Seit Juli 1992 war er als Informationselektroniker und Teamleiter der Technischen Qualitätskontrolle bei der Firma Conrad in Wernberg beschäftigt. Bereits als Jugendlicher war Georg bei der Kolpingsfamilie Luhe aktiv. Am 22. August 1998 schloss er mit seiner Frau Annemarie, geb. Schmerber, in der Pfarrkirche St. Martin den Bund der Ehe. Im Jahr 2000 wurde ihnen Sohn Dominik geschenkt, doch das Familienglück wurde damals bereits von der Krebserkrankung seiner Frau überschattet, mit der er 10 Jahre lang mit aller Kraft gegen die Krankheit ankämpfte und gleichzeitig liebevoll und fürsorglich für seinen Sohn Dominik da war. Am 26. Juli 2010 mussten beide von ihrer geliebten Ehefrau und Mutter Abschied nehmen.

Zwei Jahre später fand Georg Hirsch ein neues Glück mit seiner Lebensgefährtin Diana, die bis zu seinem plötzlichen Tod den Weg gemeinsam mit ihm ging und ihn bei seiner Aufgabe als Betreuer der Luher Ministranten tatkräftig unterstützte, die er bereits in der Zeit von Pfarrer Josef Schön vor über 20 Jahren übernommen hatte.

„Die Luher Minis – sie waren Georgs große Leidenschaft. Seine Arbeit, die er mit enormem Engagement, seiner großen liturgischen Erfahrung und mit Herzblut bis zu seinem plötzlichen Tod ausübte, war für unsere Pfarrei ein großer Segen und für mich als Pfarrer unheimlich wertvoll. Es war immer eine Freude, mit Georg zusammenzuarbeiten. Auf ihn konnte ich mich immer verlassen. Für die Kinder und Jugendlichen war er ein Vorbild und ein guter Freund, und er hielt die Minis als Gruppe zusammen.

Jedes Jahr bildete Georg mit Liebe und Geduld unsere neuen Minis aus. Die Jüngsten haben vergangenen Donnerstag zum ersten Mal ministriert und Georg war voller Stolz auf sie.

Er teilte die Minis zu ihren Diensten ein, plante jedes Jahr mit großer Umsicht und viel Zeitaufwand die Sternsingeraktion, ging mit den Minis an den Kartagen zum Ratschen und förderte bei vielen Aktionen die Gemeinschaft.

Mit den Eltern der Minis veranstaltete er im Pfarrheim gemütliche Zoiglabende, deren Erlös der Ministrantenkasse zugutekam.

Jedes Jahr gingen wir in den Pfingstferien gemeinsam mit den Minis aus Oberwildenau und Neudorf auf Reisen. Georg war immer maßgeblich an der Organisation unserer Ausflüge und Reisen beteiligt, zuletzt bei unserem Ausflug nach Salzburg vor 3 Wochen.

Besonders stolz war Georg auf die Höhepunkte, die er als Betreuer erlebte: 2006 durften die Luher Minis beim Besuch von Papst Benedikt beim Gottesdienst auf dem Islinger Feld mit ministrieren. Mit den Sternsingern schaffte er es sogar zweimal zum Empfang im Bundeskanzleramt: 2008 bei Angela Merkel und 2023 bei Olaf Scholz.

Highlights waren auch unsere vier Rom-Wallfahrten mit den Minis. Das alles waren für die Kinder und Jugendlichen unvergessliche Erlebnisse, von denen sie später wohl noch ihren Kindern erzählen werden.

Seit vielen Jahren übte Georg zuverlässig und mit Freude den Dienst des Kommunionhelfers aus und übernahm auch gerne Aushilfen beim Mesnerdienst. Er kannte sich ja in der Kirche und in der Sakristei bestens aus.

Georg war seit 2006 auch ein äußerst engagiertes Mitglied unseres Pfarrgemeinderates, davon 12 Jahre als stellvertretender Vorsitzender. Er hatte immer tolle Ideen und setzte diese mit großer Leidenschaft und hohem persönlichem Einsatz um. Zuletzt organisierte er das Lebendkicker-Turnier bei unserem Pfarrfest, und für vergangenen Sonntag hatte er für die Katholischen Männer eine Marterl-Rundfahrt vorbereitet, die er nicht mehr erleben sollte. Was Georg anpackte, das klappte einfach, und er konnte auch immer Helfer und Mitstreiter für seine Aktionen motivieren und gewinnen.

Gemeinsam mit unserem Kirchenpfleger Bernhard Irlbacher übertrug er in der Corona-Zeit über 100 Gottesdienste und Andachten im Livestream. Er organisierte Public-Viewings im Pfarrheim bei Fußball- WM und EM.

Jedes Jahr stellte er mit unserem Kirchenpfleger Bernhard Irlbacher am Kirchplatz einen Christbaum auf und war bei der Erstkommunion als offizieller Fotograf im Einsatz, erstellte Foto-CDs oder USB-Sticks mit den Bildern für alle Familien.

Seit 2 Jahren beleuchtete er zum „Red Wednesday“ unsere Kirche außen und innen in Rot und investierte dafür viele Stunden Arbeit.

Erst in diesem Jahr beschaffte er Scheinwerfer für unsere Kirche, mit denen wir den Altarraum in den liturgischen Farben beleuchten können. Georg fand immer für alle Ideen eine Möglichkeit zur Umsetzung und ließ sich nie lange bitten.

Er war wesentlich an der schwierigen Erarbeitung des Schutzkonzepts für unsere Pfarrei beteiligt.

Er engagierte sich nicht nur für die Minis und im Pfarrgemeinderat, sondern auch als Ausschussmitglied bei den Katholischen Männern, als aktives Mitglied bei Kolping und als Fördermitglied bei der Feuerwehr.

Eine seiner großen Leidenschaften war neben der Betreuung der Minis das Pilgern. Seit fast 30 Jahren pilgerte er jedes Jahr mit der Diözesanwallfahrt vor Pfingsten zur Muttergottes nach Altötting. Seit einigen Jahren arbeitete er im Ordner-Team mit und freute sich besonders, dass er heuer auf einer Teilstrecke das Pilgerkreuz tragen durfte, das heute bei seinem Begräbnis in der Kirche aufgestellt ist.

Alljährlich pilgerte Georg auch bei unserer Pfarrwallfahrt nach Mariahilf in Amberg. Bei den Wallfahrten fand er Stärkung im Glauben und Freude in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten.

Der Weg von Georg ist völlig unerwartet und viel zu früh zu Ende gegangen. Sein Weg führte ihn über die Brücke aus dieser Welt hinüber in die Ewigkeit, in das ewige Leben bei Gott. Das Bild in der Todesanzeige und in der Kirche von Georg auf der Hängebrücke am Dachstein ist wie ein Symbol für diesen Weg, den Georg nun so unerwartet gegangen ist. Wir müssen heute Abschied von ihm nehmen und suchen in dieser schweren Stunde Halt und Trost bei Gott. Er ist es, der uns hält und trägt, wenn alle menschlichen Worte zu schwach sind, wenn jeder menschliche Trost versagt, auch wenn er noch so gut gemeint ist. Gott schenkt uns Trost und Zuversicht durch die Frohe Botschaft, die lautet: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ Georg war von diesem Glauben erfüllt und geprägt und hat ihn durch sein Wirken in unserer Pfarrgemeinde an andere weitergegeben.

Er erzählte mir, dass Diözesanpilgerpfarrer Hannes Lorenz die Pilger in Altötting immer mit dem Gruß verabschiedet: „Entweder nächstes Jahr in Altötting oder im Himmel!“

Für Georg ist das nun Wirklichkeit geworden. Er ist über die Brücke in die Ewigkeit gegangen und wir glauben fest, dass er jetzt einen schönen Platz bei Gott im Himmel findet und dort gebraucht wird. Lieber Georg, Vergelt’s Gott für Alles!“

(Soweit der Auszug aus der Predigt von Pfarrer Arnold Pirner)

Die Fürbitten wurden von Kirchenpfleger Bernhard Irlbacher, PGR-Mitglied Johannes Käs, Ministrantin Anna Schulze und Kommunionhelferin Maria Lehnert gesprochen.

Nach dem Segen nahmen PGR-Sprecher Willi Köllner, Kolping-Vorsitzender Christoph Bacher, Wolfgang Eimer für die Kath. Männer Luhe und die FFW Luhe sowie DiözesanPilgerleiter Bernhard Meiler in bewegenden Nachrufen Abschied von Georg Hirsch und dankten ihm für sein Engagement und seine Treue über Jahrzehnte.

Unter großer Anteilnahme und tiefer Betroffenheit fand Georg Hirsch anschließend am Luher Friedhof seine letzte irdische Ruhestätte. Die Ministranten und der Pfarrgemeinderat nahmen mit Rosen Abschied. Peter Hentschel stand mit dem Pilgerkreuz der Diözesanwallfahrt am Grab und Pfarrer Pirner erteilte der ganzen Trauerversammlung damit den Segen.

Die Lücke, die Georg Hirsch in der Pfarrei Luhe hinterlässt, ist riesig und sehr schmerzhaft.

      

Letzte Beiträge

18 Juni 2026 Aktuelles 15
Bewegender Abschied von Ministrantenbetreuer Georg Hirsch Lieber Georg, Vergelt’s Gott für Alles! Luhe. (rgl). Eine riesige Trauergemeinde, Gläubige aus der Pfarrei Luhe und der ganzen Seelsorgegemeinschaft, Freunde, Kollegen, die Altöttinger Fußwallfahrer, die Kolpingsfamilie Luhe, die Katholischen Männer Luhe und über 50 Ministranten aus Luhe, Neudorf und Oberwildenau nahmen zusammen mit der Familie und den Angehörigen in einer bewegenden Feier Abschied von Georg Hirsch, der im Alter von erst 58 Jahren am Abend des 13. Juni ganz plötzlich und völlig unerwartet verstorben war. Besonders...
16 Juni 2026 Nachlese Kiga 158
Heute machten sich alle Gruppen auf den Weg zum Bauernhof. Dort konnten wir viele spannende Einblicke sammeln: Wir besuchten die Kühe und Kälber im Stall, entdeckten verschiedene Futter und Getreidearten und schauten uns die Landwirtschaftlichen Maschinen, sowie die Melktechnik an. Zum Abschluss durften wir noch selbst Butter herstellen und sie uns mit Schnittlauch schmecken lassen. Vielen lieben Dank an Familie Paulus für den interessanten Vormittag. {gallery}bilder/Galerie_KIGA/bauernhof2026/paulus{/gallery}
16 Juni 2026 Aktuelles 499
Große Trauer in der Pfarrei Luhe – Ministrantenbetreuer Georg Hirsch plötzlich verstorben Luhe. Groß ist die Bestürzung in der Pfarrei Luhe. Viele Menschen können es gar nicht fassen: Ministrantenbetreuer Georg Hirsch ist ganz plötzlich und unerwartet am vergangenen Samstagabend im Alter von 58 Jahren verstorben. Wenige Tage vorher hatte er noch das Lebendkicker-Turnier beim Pfarrfest organisiert und mit den Minis der Seelsorgegemeinschaft in der Pfingstwoche vier erlebnisreiche Tage in Salzburg verbracht. Für vergangenen Sonntag hatte er zusammen mit Johannes Käs eine Marterl-Rundfahrt für...
13 Juni 2026 Aktuelles 998
Petrus schickt Sonne zum Pfarrfest in Luhe Luhe. Die Sonne strahlte beim Pfarrfest am 7. Juni mit Pfarrer Arnold Pirner und allen Verantwortlichen um die Wette, denn bereits zum Open-Air-Gottesdienst um 14 Uhr im Pfarrgarten waren alle Plätze besetzt. Der Projektchor unter der Leitung von Rita Gleißner sorgte mit schwungvollen, rhythmischen Liedern für die passende musikalische Gestaltung. In seiner Predigt verglich Pfarrer Pirner die Pfarrgemeinde mit einer Sonnenblume und meinte, eine Gemeinschaft von Christen sollte so anziehend wirken wie diese. So wie eine Sonnenblume sich stets der...